Scan-Fahrzeuge versprechen gegenüber der Fußstreife eine deutlich höhere Effizienz. In dieser Analyse schlüsseln wir den Personalaufwand beider Methoden auf, untersuchen, wie Scan-Fahrzeuge ihren Effizienzgewinn erreichen und motivieren zum Schluss einen Alternativvorschlag, der die Technik der Scan-Fahrzeuge mit der heutigen Arbeitsweise der Fußstreife kombiniert, um ähnliche Effizienzgewinne bei deutlich geringerer technischer Komplexität zu erzielen.
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Unter okelis.eu/analyse-scan-rad finden Sie diese Analyse als interaktive Fassung. Dort lassen sich alle Eingabewerte über Regler verändern, alle Zahlen und Grafiken rechnen mit, und einige vertiefende Abschnitte, die hier fehlen, lassen sich aufklappen.
Im heutigen Betrieb geht der Außendienst eine Straße ab und prüft jedes Fahrzeug einzeln: Die Überwachungskraft liest das Kennzeichen, schlägt es im Handy nach und wirft einen Blick auf Parkschein oder Ausweis hinter der Scheibe. Aus Gehgeschwindigkeit, Zahl der Fahrzeuge und Prüfzeit ergibt sich, wie viele Fahrzeuge in einer Personalstunde zu schaffen sind.
Wir rechnen durchgehend in Personalstunden, nicht in Streifenstunden. Eine Fußstreife ist üblicherweise mit zwei Personen unterwegs; eine Stunde Streife sind dann zwei Personalstunden.
Allgemeingültige Zahlen gibt es nicht. Wir leiten sie aus dem Heidelberger Pilotversuch ab, dessen Ergebnisse im Februar 2026 veröffentlicht wurden: 2.886 bescheidfähige Verstöße in 33 Fahrstunden, darunter 383 Falschparker und 2.503 Schwarzparker.
Das Verhältnis der beiden Gruppen folgt daraus unmittelbar, 87 % sind Schwarzparker. Die Dichte je Kilometer folgt daraus nicht; dafür braucht es eine zweite Annahme. Legt man den in der Meldung genannten Effizienzfaktor von mindestens 12 gegenüber einer zweiköpfigen Fußstreife zugrunde und nimmt eine Fußstreife an, die Fahrzeuge je Personalstunde prüft, ergeben sich Verstöße je 100 geprüfte Fahrzeuge. Voreingestellt sind Falschparker und Schwarzparker.
Damit kommt der Außendienst auf ca. kontrollierte Fahrzeuge je Personalstunde, und je 100 geprüfte Fahrzeuge sind Verstöße darunter. Die aufgebrachte Zeit kann nach Tätigkeit aufgeschlüsselt werden:
Klar ersichtlich ist, dass ein Großteil () der Personalzeit einer Fußstreife auf Prüfungen entfällt, die ohne Befund bleiben.
Ein Scan-Fahrzeug liest die Kennzeichen im Vorbeifahren und benötigt nahezu keine Zeit für Prüfungen ohne Befund, allerdings kommt eine nachgelagerte Sichtung im Büro und bei einem Teil der Fahrzeuge auch eine physische Nachkontrolle vor Ort hinzu.
Die physische Nachkontrolle haben wir auf geschätzt, da der Außendienst weite Strecken ablaufen muss um an die Schwarzparker zu gelangen. Diese Rechnung bestätigt die deutlich gesteigerte Effizienz des Scan-Fahrzeugs gegenüber der Fußstreife. Schlüsseln wir die aufgebrachte Zeit wieder nach Tätigkeit auf:
Deutlich wird neben dem höheren anteiligen Zeitaufwand für die Fortbewegung vor allem der Einfluss der physischen Nachkontrollen. Ab einem Anteil von binden sie mehr Personalzeit als die Fahrt des Scan-Fahrzeugs selbst.
Wie viele Verdachtsfälle zu einer physischen Nachkontrolle führen, hängt von vielen Dingen ab: wie viele Senkrechtparkplätze gibt es? Sind möglichst viele Parkausweise digitalisiert? etc. Die Abbildung zeigt die Effizienz der Scan-Fahrzeuge in Abhängigkeit des Anteils an Nachkontrollen.
In derselben Personalstunde prüft die Fußstreife Fahrzeuge, das Scan-Fahrzeug . Der Vergleich der beiden Balken zeigt, worauf dieser Unterschied beruht:
Je Tätigkeit verändert sich der Aufwand damit wie folgt:
Den weitaus größten Unterschied leisten die Prüfungen ohne Befund. Hinzu kommt die Fahrgeschwindigkeit; das Scan-Fahrzeug fährt zwar so schnell, muss jede Straße für den Nachweis der Parkdauer aber zweimal befahren und erschließt in derselben Zeit daher nur so viel Straße. Die vor Ort verbrachte Zeit zur Bearbeitung des Verstoßes spielt jedoch keine große Rolle.
Wir schlagen vor, ein Modul auf den Frontträger eines Fahrrads zu montieren und damit automatisch Kennzeichen zur Kontrolle von Schwarzparkern abzugleichen. Dadurch wird sowohl eine effiziente Kennzeichenkontrolle als auch eine höhere Geschwindigkeit möglich. Kann keine Parkberechtigung festgestellt werden, bekommt der Mitarbeiter eine Benachrichtigung und kann vor Ort darauf reagieren:
Das Scan-Rad bleibt damit im Ablauf der heutigen Streife und übernimmt vom Scan-Fahrzeug nur das Lesen der Kennzeichen. Die Geschwindigkeit des Scan-Rads und die Zeit, die eine Kontrolle vor Ort kostet, sind die Hauptparameter für die Effizienz:
Dreht man die Rechnung um, wird der Faktor des Scan-Fahrzeugs zur Zielmarke. Eine Annahme setzen wir dafür fest: Eine Prüfung ohne Befund kostet die Streife keine Zeit mehr. Über den Gleichstand entscheiden dann noch zwei Größen, nämlich die Dauer einer Kontrolle vor Ort und die Grundgeschwindigkeit.
Zu einer Kontrollzeit von gehört ein Tempo von , das ein Fahrrad ohne Weiteres erreicht. Über die Spanne, die uns Kommunen für eine Fußstreife nennen, also 50 bis 80 geprüfte Fahrzeuge je Personalstunde, ergibt sich .
Dass die Technik das Lesen der Kennzeichen zuverlässig übernehmen kann, halten wir für gegeben. Ein Scan-Fahrzeug bewältigt dieselbe Aufgabe heute aus voller Fahrt bei ; bei geringerem Tempo wird sie leichter. Hinzu kommen weitere Vorteile:
Durch die direkte Kontrolle vor Ort muss unser System Falschparker nicht eigenständig erkennen können, es reicht Schwarzparker zu erkennen. Die notwendige Kartierung ist deutlich simpler.
Die Treffer eines Scan-Fahrzeugs müssen gesichtet und Nachkontrollen verteilt werden. Dieser Aufwand entfällt komplett.
Muss ein Fahrzeug abgeschleppt oder ein Rettungsweg freigemacht werden, lässt sich das sofort veranlassen und nicht erst Stunden später.
Der Effizienzgewinn eines Scan-Fahrzeugs gegenüber der Fußstreife ist groß. Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass dies weniger auf der automatischen Erkennung von Falsch- und Schwarzparkern als auf der effizienten Kennzeichenkontrolle und der höheren Geschwindigkeit beruht. Unser Vorschlag soll diese Erkenntnis nutzen und möglichst effizient in die Arbeitsabläufe der Ordnungskräfte passen.
Uns würde interessieren, ob unsere Rechnung und Annahmen zu Ihrer Erfahrung passen und falls nicht, was wir verbessern können. Außerdem interessiert uns Ihr Feedback zu unserem vorgeschlagenen Scan-Rad:
Wir freuen uns über jede Rückmeldung an info@okelis.eu, gern auch in einem kurzen Gespräch.
Okelis · info@okelis.eu · Diese Analyse mit veränderbaren Annahmen: okelis.eu/analyse-scan-rad